Bürgergemeinschaft & Heimatpflege Ölper
Bürgergemeinschaft & Heimatpflege Ölper

Menschen in Ölper

Auf dieser Seite portraitieren wir Bürger Ölpers, die sich um die Angelegenheiten der Menschen in Ölper verdient gemacht haben. Sicher gibt es weit mehr Bürger, die sich für die Allgemeinheit engagieren. Da wir gern auch ihre Vorschläge berücksichtigen wollen, melden Sie sich über die Kontaktseite. Bitte nennen Sie uns dabei eine kurze Begründung, inwieweit sich die vorgeschlagene Person um Ölper verdient gemacht hat.

Schreiben Sie uns, wenn Sie jemanden kennen, der hier portraitiert werden sollte!

 

Pfarrer Dennis Sindermann – Gemeinsinn ist unsere Zukunft

 

Inzwischen ist er nicht mehr „der Neue“.  Dennis Sindermann, seit einigen Wochen Pfarrer im Pfarrverbund Löw+ und insbesondere in Ölper ist in der Gemeinde bereits angekommen und schon nach so kurzer Zeit recht beliebt.

Geboren in Bad Harzburg begann er schon sehr früh sich für den Beruf des Pfarrers zu interessieren. Er spielte in der Big Band des NIG und wurde durch seinen damaligen Musiklehrer sehr motiviert, sich in der Jugendarbeit der dortigen Kirchengemeinde zu engagieren.

So betreute er Freizeiten von Jugendgruppen, leitete sie und begann auch mit der Konfirmandenarbeit.

Nach dem Abitur begann er das Studium der Theologie in Göttingen, absolvierte einen Teil des Studiums in Berlin und kehrte zum Examen wieder nach Göttingen zurück.

Ein Jahr lang war er als „Repetent“ für systematische Theologie an der Universität Göttingen beschäftigt, was übersetzt bedeutet, dass er Studenten bei der Vorbereitung der Examina half.

Das Vikariat führte Dennis Sindermann nach Salzgitter-Lebenstedt und anschließend machte er sein 2. Examen.

Von Volkenheim-Schlewecke-Werder bei Bokenem, zuerst mit einer halben, später mit voller Stelle wo er drei Gemeinden in fünf Dörfern betreute führte ihn der Weg letztendlich nach Ölper.

Aber auch im Pfarrverbund Löw+ teilen sich die vier Pfarrer die Betreuung der Gemeinden Lamme (L),  Ölper(ö), Lehndorf [Wichern (w)] und Alt-Lehndorf (+).

Am 28. September heiratete unser Pfarrer und am 30. September fand der Gottesdienst unter Anteilnahme vieler Ölper Bürger in der Kirche St. Jürgen statt.

Pfarrer Dennis Sinderman hat viele Pläne, die er u.a. in Ölper umsetzen möchte.

Das Interesse an einer Kirche für die Menschen zu wecken, ausgetretene Pfade verlassen und sich den Menschen, auch der jüngeren Generation zuwenden, so dass sie sich mit der Kirche und dem Glauben wieder identifizieren können, aus der Kirche ausgetretene Menschen wieder zurückgewinnen, den Gottesdienst zeitgemäß gestalten, den Zusammenhalt der Menschen fördern, also Vertrauen herzustellen, das sind die wichtigsten Ziele die er mit dem engen Kontakt zu den Gemeindemitgliedern und den Bürgern Ölpers erreichen möchte.

Das dieser Weg nicht leicht ist, ist ihm bewusst. Auch in der kirchlichen Arbeit sind viele administrative Arbeiten zu erledigen, die die Zeit, für den Kontakt zu den Menschen verkürzen. So leitet Pfarrer Sindermann z.B. zwei Kindergärten, wo er auch mit Personalaufgaben und Verwaltung beschäftigt ist und auch im Pfarrverbund wartet Büroarbeit.

Aber in seinem Büro kann man die Gitarre sehen, die er einst als Schüler gekauft hat und ihn immer daran erinnert, dass er als Pfarrer auch die Menschen u.a. mit Musik gewinnen kann.

Es sind bereits neue Projekte in Planung. So möchte er gern eine Gruppe „aktive Männer“ ins Leben rufen. In der aktiven Kirchenarbeit, auch in den Kirchenvorständen, sind Männer inzwischen kaum noch vertreten.

Ölpers Kirche lebt. Ein Generationswechsel ist vollzogen. Pfarrer, wie Dennis Sindermann können der Kirche wieder den Platz verschaffen, auf dem ein gutes Zusammenleben in der Gemeinde möglich ist.

Die Zukunft hat begonnen.

Burkhard & Petra Fricke - engagierte Ölperaner

Burkhard & Petra Fricke   Landhandel Schmidt

Ölperaner wissen sofort wer gemeint ist, wenn von Landhandel Schmidt die Rede ist.

Einen solchen Erlaubnisschein benötigte man in den Zwanziger Jahren um mit Kartoffeln, einem Grundnahrungsmittel, handeln zu dürfen.

Als Ölper noch ein Bauerndorf (Heinz Brosch, Ölper - vom Bauerndorf zum Stadtteil) war, hatte auch der Landhandel seine Blütezeit. Die Produkte aus lokaler Produktion wurden über die örtlich ansässigen Landhändler direkt vermarktet. Neben den landwirtschaftlichen Produkten spielte auch die Energieversorgung durch Kohle eine große Rolle. Diese wurde mit kleinen Lastkraftwagen direkt zum Verbraucher ins Haus geliefert. Dafür brauchte man damals einen „Kohlenschein“, der es einem erst erlaubte mit diesem damals so knappen lebenswichtigen Gut zu handeln.

Auch für den Handel mit Lebensmitteln und Futtermitteln brauchte man eine Erlaubnis.

Ältere erinnern sich sicher noch an die Zeiten, als die Keller als Kohle- und Kartoffelkeller genutzt wurden.

Noch 1996 lieferte Landhandel Schmidt 880 Tonnen Kohle aus, vier Jahre später waren es nur noch 410 Tonnen.

Burkhard Frickes Großvater, der Gründer des Landhandel Schmidt.

Der Landhandel Schmidt wurde 1921 vom Großvater Burkhards gegründet, der 1978 durch einen tragischen Verkehrsunfall verstarb. Die Eltern führten es in der zweiten Generation weiter und es war klar, das Burkhard in die Fußstapfen treten sollte.

Während seine Mutter als geborene Schmidt aus Ölper stammte, kam der Vater aus Wedtlenstedt. Die Oma war eine geborene Cuers, daher der Name „Cuersgang“.

Man hatte Pferde und Schweine und während sich der Vater um die Geschäfte kümmerte, verkaufte Burkhards Mutter im Ladengeschäft. Burkhard musste schon früh im Geschäft mithelfen und lernte alles von der Pike auf. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre und übernahm den Betrieb offiziell 1990, nachdem der Vater 1986 schon mit 61 Jahren verstorben war.

Der Landhandel in Ölper hatte einen hohen Stellenwert.

Die Schwester Burkhards übernahm mit ihrem Mann Christian die Hofanlage in der Kirchbergstraße, die Richard Schmidt ersteigert hatte.

1976 trat erst erstmals Petra in Burkhards Leben. Sie kam aus der Lindenbergsiedlung im Süden Braunschweigs, ist gelernte Steuerfachgehilfin und arbeitet seit über 35 Jahre als Buchhalterin in einem Ingenieurbüro.

Burkhard und Petra trafen sich zufällig bei Freunden in Ölper und offenbar hat es sofort gepasst. Sie wurden ein Paar und als Ehefrau von Burkhard wurde Petra auch in Ölper schnell heimisch. Im Lauf der Zeit bekamen sie zwei Kinder. Die Tochter ist inzwischen 25, der Sohn 23 Jahre alt.

Der junge Burkhard übernimmt an der Seite seiner Petra den Landhandel.

Kurz nachdem Burkhard den Betrieb übernommen hatte, schlug der Strukturwandel voll durch. Viele Geschäfte mussten schließen, aber Burkhard konnte den Wandel überstehen und ist heute nach dem Bau eines Mehrfamilienhauses Hausverwalter  der Wohnungseigentümergemeinschaft und Ruheständler.

Der Landhandel war natürlich auch ein Umschlagplatz aller möglichen Informationen und so sind die Familie Fricke in allen Generationen natürlich auch jedermann in Ölper bekannt.

Ursula Fricke im Laden - hier wurden neben Waren auch das jeweils "Neueste" ausgetauscht.

Burkhard und Petra  sind Mitglied im Turnerbund Ölper, im Förderverein der Feuerwehr, Burkhard über viele Jahre im Kirchenvorstand und wenn in Ölper Not am Mann war, standen beide auf der Matte und halfen mit. 

Viele Aktivitäten in Ölper wurden nicht nur durch Mithilfe, sondern auch durch sachliche Unterstützung ermöglicht. Fahrzeuge wurden  beispielsweise kostenlos zur Verfügung gestellt und das Holz für das Osterfeuer mit zusammengefahren.

Beide sind in Ölper präsent, wenn es um Gemeinschaftsaktivitäten für das Dorf geht und fühlen sich Ölper zugehörig und verbunden.

Auf die Frage, warum sie sich denn in Ölper besonders wohl fühlen, antworteten sie, sie fühlten sich heimisch, Ölper, sein Umfeld insbesondere mit dem Ölper See sei sehr schön und sie haben hier ihre Familie und viele Freunde und Bekannte.

Ihre Wurzeln seien hier, man genieße hier Anerkennung, ihr Umfeld inmitten der Natur um Ölper sei einfach schön.

Das drücken sie auch dadurch aus, dass sie sehr interessiert sind an den Dingen, die Ölper betreffen.

Gefragt, was Ihnen an Ölper nicht gefiele, antworteten sie, es fehle hier an Gastronomie; die Einkaufsmöglichkeiten, insbesondere für Ältere seien nicht hinreichend; sie hofften, das der Ölper Turm gerettet werde.

Ein nachdenklicher Burkhard Fricke.

Hildegard Eckert

Wenn du was über Ölper wissen willst, frag Hildegard Eckert

Ja, so habe ich, seit 10 Jahren Bürger Ölpers, über Frau Eckert erfahren. Immer wenn es um Ereignisse oder Personen ging, die in den letzten Jahrzehnten eine Rolle gespielt haben, hieß es, frag doch mal Frau Eckert.

Mittlerweile eine der ältesten Ölperschen Mitbürgerinnen, Jahrgang 1933, kennt sie fast jeden und hat in ihrem Leben, das sie in Ölper verbracht hat, vieles erlebt, wovon sie erzählen kann. Ich treffe eine Frau, die fit ist, sich an fast alles erinnern kann und voll auf der Höhe der Zeit ist. So gesehen, sieht man ihr das Alter tatsächlich nicht an.

In das Jahr hineingeboren, in dem die Nazis Deutschland zu beherrschen begannen, Klagges war Ministerpräsident des Freistaates Braunschweig, erlebte sie in Ölper die Aufmärsche mit Blasmusik und die mit Hakenkreuzfahnen geschmückten Häuser und sah wie Soldaten auf Pferden in den Krieg zogen. Darunter auch viele Männer aus Ölper.

Ihr Vater, wegen seines Alters nicht eingezogen, war kein Freund der Nazis. Hildegard, deren Schulkameradinnen stolz von ihren Vätern im Krieg erzählten, schämte sich als kleines Kind manchmal dafür, dass ihr Vater in Ölper blieb. Später, als die ersten Familien die Nachrichten vom Tod ihrer Männer und Väter bekamen, wurde ihr erst klar, welches Glück sie gehabt hat, das ihr Vater noch lebte.

Die Familie hatte einen Bauernhof direkt an der Celler Heerstraße. Die Angst im Keller wenn die Bomben fielen, kann sie auch heute nicht vergessen. Gleich hinter dem Bockshornweg war die Flakstellung und etwas weiter die MIAG, beides Ziele der Bomber.

Ein Mitschüler, mit dem Hildegard noch nach der Schule nach Hause ging, war eine Stunde später durch eine Bombe getötet worden.

Hildegard als junge Mutter

All das erlebte Hildegard in ihrer Kindheit und alle atmeten auf, als der Krieg zu Ende ging. Ihrem Vater wurde noch die Aufgabe zugeteilt, nach Abzug der deutschen Panzer ein in Ölper errichtete Barrikade mit einem Straßenbahnwagen zu schließen. Am nächsten Tag kamen die Amerikaner vor denen man zunächst Angst hatte und es zog langsam auch in Hildegards Leben Frieden ein.

Nach dem Krieg kamen viele Flüchtlinge aus dem Osten auch nach Ölper. Es begannen die Hungerjahre. Als Bauern hatte die Familie genug zu essen. 1948 wurde Hildegard von Pastor Gremelt konfirmiert.

Manche Besatzungssoldaten verteilten sogar Schokolade an die Ölperaner und die Angst wich langsam der Normalität.

Wie damals üblich, arbeitete Hildegard auf dem väterlichen Hof mit und mit siebzehn begann sie die Ausbildung auf der Landfrauenschule in Helmstedt. Dort lernte man die Verarbeitung von Fleisch, das Schlachten, servieren und kochen, backen und sonstige Hausarbeit. Das Melken stellte eine besondere Herausforderung dar, aber ihr Vater versprach ihr eine Armbanduhr, wenn sie es konnte und er hielt sein Wort.

1954 heiratete sie und die Familie bekam zwei Töchter. Hildegard musste ihre Eltern lange Zeit pflegen. 1969 starb der Vater und 1972 die Mutter. Ihr eigener Mann starb 1973 und sie musste ganz von vorn anfangen. Sie lernte ihren Lebensgefährten kennen und hatte mit ihm 30 schöne Jahre. Inzwischen ist auch er verstorben, aber seine Familie steht ihr sehr nahe.

Sie mußte die Landwirtschaft aufgeben und arbeitete im Autohaus Bonte als „Mädchen für Alles“ bis sie 1993 Ruheständlerin wurde.

Die Töchter waren erwachsen und hatten eigene Familie. Sie bekam zwei Großsöhne, Sebastian und Tobias, an denen sie immer Freude hatte. Als Tobias 2014 heiratete bekam sie Lara als Großtochter dazu. Mit ihrem Lebensgefährten unternahm sie viele schöne Reisen.

Am Dorfgeschehen nahm sie immer rege teil. Sie war in verschiedenen Vereinen, zu denen sie immer noch gute Kontakte hat. Mit den Keglern geht es demnächst in die goldene Stadt Prag.

Hildegard mit Stichpimpuli - damit wurde sie vom Großsohn beschenkt

Auf die Frage, welche Wünsche offen sind, bzw. was ihr das Wichtigste ist, antwortet sie: „Das die Familie zusammen hält und die Gesundheit bleibt“.

Sie bedauert, dass die Dorfgemeinschaft in Ölper nicht mehr so ausgeprägt ist, wie früher, wo man jeden kannte.

Eine schöne Geschichte aus alten dörflichen Zeiten in Ölper gefällt ihr noch heute: „ Zu Ostern mussten die jungen Mädchen Osterwasser holen. Das ist Wasser, das in Richtung Sonne fließt und die Mädchen durften dabei kein Wort sprechen. Hinter der Ecke lauerten die Jungs des Dorfes, die die Mädchen foppten, um sie zum reden oder kichern zu bringen. aber das schafften sie nicht“.

Monika und Werner Seelemeyer

Bürgerengagement für Ölper

Hätte Ölper noch einen Bürgermeister und würde man fragen wer das sei, würden sicher viele Ölper Bürger antworten: Werner!

Gemeint ist Werner Seelemeyer, von seiner Frau Monika tatkräftig unterstützt, dem Mitbürger, der sich sehr für die Belange Ölpers einsetzt und dadurch das soziale Leben im Dorf über Jahrzehnte mitgestaltet hat.

Monika, mit der er seit 1974 verheiratet ist, hat anfangs die sozialen Kontakte aufgebaut und gepflegt, da Werner in den Anfangsjahren beruflich viel unterwegs war.

So begann 1984 mit der Taufe der Kinder Silke und Simon durch den Pfarrer Joachim Vahrmeyer die Beziehung zur Kirchengemeinde. Monika begleitete die Kinderbibelwochen und bereitete die Kindergottesdienste mit vor; seit dieser Zeit ist sie auch bei der Gestaltung der kirchlichen Schaukästen  mitverantwortlich.

Mit anderen Eltern waren Monika und Werner in den Jahren 1980/81 Mitbegründer einer freien Kindergruppe, den „ÖKIS“, die ihren Platz in der alten Ölper-Schule an der Celler Heerstraße hatte.

Durch diese Kontakte wuchsen sie in das Ölper-Dorfleben hinein und fühlen sich bis heute zuhause.

Seit mehr als 20 Jahre sind beide  im Turnerbund Ölper 1894 e.V. aktiv und seit 10 Jahren ist Werner der 1. Vorsitzende des Vereins.

Monika`s Hobby`s  sind Patchworken und das Sammeln und Restaurieren von alten Puppenmöbeln; diese Arbeiten waren am Rumänientag 2014 im Jugendraum der ev.-luth.-Kirchengemeinde St.-Jürgen ausgestellt.

Mit vielen anderen Frauen gehört sie zu der Gruppe der Ölper Trachtenfrauen, die sich in ihren selbstgeschneiderten Trachten bei feierlichen Anlässen präsentieren.

Monika stammt aus Twistringen, wuchs in Bottrop auf und  begann ihre Ausbildung bei Karstadt. Als Substitutin war sie in den verschiedenen Häusern eingesetzt und lernte so in Bocholt  Werner kennen.

Werner wurde in Gelsenkirchen geboren und mehr Ruhrgebiet geht nicht; so ist er heute noch treuer Anhänger von Schalke 04 und freut sich und leidet mit seinem Verein. Seine Schulzeit und Ausbildung absolvierte er in Wattenscheid (heute Bochum 5 ); in Mönchengladbach besuchte er die Technikerfachschule, arbeitet kurz in der Textilindustrie und fand 1972 bei Karstadt in München (Oberpollinger) als Einarbeiter zum Substituten in den Einzelhandel zurück; im gleichen Jahr wurde er  als Substitut in die Filiale Bocholt versetzt

Nun begann ein neuer Lebensabschnitt der sie gemeinsam von Bocholt nach Hannover, Limburg und schließlich nach Braunschweig führte; Monika  als Substitutin und Werner als Einkäufer / Abteilungsleiter.

Die ersten Jahre in Braunschweig wohnten sie in der Maschstraße und seit 1978 in Ölper, zuerst im Papenkamp und seit 1992  auf dem Thiele-Hof in der Celler Heerstraße.

Als Simon in der Jugendabteilung der damaligen „Sportfreunde.Ölper“ mit dem Fußball begann, wuchsen immer mehr die Kontakte zu Ölperanern, die sich durch Werners aktive Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Ölper verstärkten.

Werner wurde in den Kirchenvorstand gewählt, dem er dann ca. 25 Jahre angehörte, war Vertreter der Gemeinde in der Stadtsynode und in dessen Bauausschuss. Außerdem war er am  Wiederaufbau der Pfarrscheune beteiligt und  ist bis heute der Schlüsselverwalter für die Räume in der Pfarrscheune.

In der damaligen, bei Wahlen sehr erfolgreichen UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) war er ebenfalls aktiv und hat mit dem damaligen Ortsheimatpfleger Heinz Brosch die Interessen Ölpers in den verschiedenen Belangen vertreten; seit 2005 ist er der 1. Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Ölper und ist seitdem wesentlich an den meisten Aktivitäten im Dorf beteiligt, z.B. dem traditionellen Maibaumfest und dem Ölper Dorffrühstück „Ölper is(s)t gut".

1991 startete Werner mit der Rumänienhilfe (als Mitfahrer) und gründete 1992 mit Joachim Viedt die Rumänienhilfe Braunschweig-Ölper. Die Rumänienhilfe ist eine Kooperation mit der St.-Jürgen Kirche in Ölper und der Christuskirche Am Schwarzen Berge.

Jedes Jahr begleitet er die Hilfslieferungen mit seinen Mitstreitern und ist nach jedem Transport mit frischem Elan am Sammeln weiterer Hilfsgüter, da die Not, die er sieht immer noch sehr groß ist.

Dieser Eindruck verstärkte sich bei einer 4-wöchigen privaten Rumänienreise 2014 in dessen Verlauf Monika und Werner auch die Schönheit Rumäniens und die Gastfreundlichkeit der  Menschen erleben durften.

 

Was unternimmt Werner in der Freizeit?

Ja, Werner hat bei all seinem Engagement manchmal freie Zeit und die verbringt er mit Monika im ihrem gemeinsamen, liebevoll gepflegten Garten,  sie unternehmen beide Radtouren, Städtereisen und verbringen schöne Stunden mit ihrem Enkelkind.

Aber was, fragt sich Werner, wird aus der Bürgergemeinschaft eines Tages? So plagen ihn die Sorgen um den Nachwuchs, der die Arbeit einmal übernehmen soll.

"Wenn Bürger Ölpers mitmachen wollen, so steht unsere Tür weit offen; sie können mich einfach anrufen und mitmachen" , so lautet seine Botschaft an die Ölperaner!

Annette Seher, Reiki-Meisterin

Wer dieses Schild vor ihrem Haus in Ölper das erste Mal liest und Annette nicht kennt, erwartet vermutlich eine esoterisch anmutende, etwas weltfremde Frau, die in anderen Sphären zu schweben scheint.

Umso überraschter dürfte der außenstehende Besucher dann sein, wenn er auf die bodenständige, hauptberufliche Erzieherin trifft. Auf dieses Ambivalent angesprochen, lacht Annette nur: „Ja, ich weiß: Was ich hier nebenberuflich mache, ist immer erklärungsbedürftig. Aber wer Räucherstäbchen, Kristallkugeln und Hokuspokus erwartet, dürfte sehr enttäuscht sein.“ Die gebürtige Ölperanerin bietet ihre alternativen Heilmethoden bei sich zuhause in Ölper an, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann lebt. Es ist das Haus, in dem sie auch bereits ihre Kindheit bis zum fünften Lebensjahr verbrachte.

Hier lebten ihr Urgroßvater, Großtante, Großeltern, die Eltern, Annette und ihr Bruder unter einem Dach.

Und wem die Schlachterei Borrmann noch ein Begriff ist: Diese wurde von ihrem Großvater bis 1967 ebenfalls dort betrieben. Zählt man noch den Verkaufsladen von Großmutter und Großvater hinzu, wird die Entscheidung von Annettes Großeltern und Eltern, sich aufgrund von Platzmangel etwas Größeres zu suchen, durchaus nachvollziehbar.

Natürlich nicht für ein kleines fünfjähriges Mädchen, das die Freunde und geliebten Verwandten zurücklassen musste – und da mochte die Entfernung zum neu gebauten Haus in Watenbüttel noch so gering sein. Den Rest ihrer Kindheit und ihre Jugend verbrachte Annette dort.

Als dann jedoch ihre Tochter geboren wurde, zog die junge Familie wieder in das Haus in Ölper.

Nicht das die Bande zu Watenbüttel ganz abgerissen wären – schließlich arbeitete Annette dort noch viele Jahre in dem Kindergarten als Erzieherin, bis sie 2010 zu dem Standort in Völkenrode wechselte.

Die Ausbildung machte Annette neben ihrer Rolle als junge Mutter einer Tochter. Mit der Geburt des Sohnes war die Familie dann komplett.

Wann denn dann Reiki ins Spiel kam, fragt man sich. „Ich fand Methoden, die mit unseren eigenen Selbstheilungskräften arbeiten, schon immer spannend“, erklärt Annette, wenn man sie nach den Anfängen ihres Nebenberufes fragt. „Unser Körper vollbringt jeden Tag sowieso schon tausende kleine Wunder. Was man alles erreichen kann, wenn man ihm auch im Heilungsprozess einen kleinen Stups in die richtige Richtung gibt, ist wirklich verblüffend.“ In mehreren Kursen und Fortbildung beschäftigte sich Annette zunächst ab 1999 intensiv mit Reiki, einer japanischen Heilkunst, bei der mittels Handauflegen die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. „Ich war von den Ergebnissen fasziniert und begann auch Quantenheilung ® nach Dr. Frank Kinslow und Reconnective Healing® nach Dr. Eric Pearl zu erlernen, um die Methoden effektiv miteinander kombinieren zu können.“ Wird bei Reiki Lebensenergie durch Handauflegen übertragen, versetzen leichte Berührungen bei der Quantenheilung das vegetative Nervensystem spontan in einen Zustand, in dem es dazu übergeht, alles was gerade im Körper nicht seine Richtigkeit hat oder nicht „rund läuft“, zu regenerieren und zu heilen.

 

Beim Reconnectiven Healing® geht es hingegen weniger um eine symptomatische Behandlung als vielmehr darum, dass der Körper wieder in einen Zustand der Balance zurückkehrt. Dafür werden Meridianlinien des Körpers, die auch bei der Akkupunktur genutzt werden, mittels Energie aktiviert und wieder in ihr ursprüngliches Gleichgewicht zurückversetzt. Das dies in der Theorie sehr abstrakt klingt, weiß Annette natürlich auch: „Letztendlich geht es bei allen Selbstheilungsmethoden darum, Schmerzen zu lindern, Krankheiten vorzubeugen, zu entspannen, die Heilung zu beschleunigen und so die Lebensqualität zu erhöhen. Jeder der sich dafür interessiert, kann gern einen Termin vereinbaren und vorbeikommen. Ich nehme mir gern Zeit für Beratungsgespräche.“

Annette Seher mit einem ihrer Bilder.

Den nötigen inneren Ausgleich für ihre beruflichen wie auch nebenberuflichen Aufgaben findet Annette in der Malerei. Ein Blick auf ihre Bilder offenbart, dass auch dieses Talent zu wunderbaren Ergebnissen führt.

 

Annette Seher malt in verschiedenen Techniken. Ihre Bilder sind ausdrucksstark, wie dieses Beispiel eindrucksvoll belegt.

April 2014 Alfr ed Oehl

Ingetraud Heike, geb. Engel

Man kann durchaus sagen, dass Ingetraud Heike zwei Leidenschaften hatte: zum einen gehörte ihr besonderes Interesse der Stenografie, zum anderen war ihr 50 Jahre lang der wöchentliche Singabend im Gemischten Chor Ölper wichtig und sie engagierte sich viele Jahre im Kirchenvorstand der Gemeinde St.Jürgen in Ölper. An erster Stelle stand jedoch immer die Familie.

Aber der Reihe nach. 1932 wurde sie in Braunschweig geboren. Ihr Vater, ein Eisenbahner, wurde im Rahmen seiner Tätigkeit häufig versetzt, so dass sich der weitere Lebenslauf von Ingetraud wie eine Reiselektüre liest: In Braunschweig geboren, Kindergartenzeit in Leipzig, Einschulung und erste Schuljahre in Halle, Oberschule in Posen (heute Poznań) und schließlich 1945 die Flucht nach Ölper, der neuen Heimat. Heute lebt sie auf eigenen Wunsch in einer Seniorenresidenz in Sickte.

Einer ihrer Brüder ist auf der Flucht tödlich verunglückt. Die Familie wurde im Haus Papenkamp 1 zwangseingewiesen und es dauerte lange, ehe man als Flüchtling in Ölper heimisch wurde. Viele Menschen in Deutschland lehnten damals Flüchtlinge ab, hatte man doch in den Nachkriegsjahren oftmals selbst nichts.

Ende 1945 besuchte sie die Volksschule in Ölper und nachdem das Mädchengymnasium Kleine Burg seinen Schulbetrieb wieder aufgenommen hatte, wechselte sie im Frühjahr 1946 dahin.

Mit der Mittleren Reife bekam sie eine Lehrstelle bei der MIAG (heute Bühler) und nach vier Jahren fing sie in der Braunschweigischen Maschinenbauanstalt (BMA) an, wo sie 42 Jahre lang als Sekretärin im technischen Bereich und zeitweise als Vorstandssekretärin tätig war.

1992 ging sie in den verdienten Ruhestand, der aber, wer ahnt es nicht, gar nicht so ruhig ausfiel.

Sport im TB Ölper von 1894 und das Singen im Gemischten Chor Ölper (nach dem Zusammenschluss von Männer- und Frauenchor) gehörten zu ihren Hobbys.

Hier lernte sie ihren späteren Mann, Horst Heike, kennen. Junge Paare trafen sich damals heimlich in der Gartenlaube „Heike“, denn offene Treffen zwischen Unverheirateten waren tabu.

Das Ehepaar Heike war über die Jahre in sieben Vereinen aktiv: Chor, TB-Ölper, Dienstagkreis, Kirchenvorstand, Kegelclub, Feuerwehr und last, but not least: passiv im Ziegenzüchterverein.

Ab 1982 war Ingetraud an der Organisation des ersten Gemeindefestes beteiligt, zusammen dem damaligen Pfarrer Vahrmeyer und einem großen Team. Sie gehörte dem Kirchenvorstand an, u.a. mit Klaus Leiste, Christine Jacobsen, Christiane Straschiloff, Werner Seelemeyer und Eva Vieth.

Familie Heike wohnte in der Alten Landwehr im Haus der Schwiegermutter.

Ingetrauds Sohn ist Pfarrer im Pfarrverband Salzdahlum, Volzum und Apelnstedt.

Ein tiefer Einschnitt in ihr Leben ereignete sich im April 2014. Durch einen Schwächeanfall lag sie 16 Stunden lang hilflos in ihrem Haus, ehe sie gerettet werden konnte. Da fasste sie den Entschluss, in eine Altersresidenz zu ziehen und ihre Wahl  fiel auf das Seniorenzentrum in Sickte. “Das war eine bewusste Entscheidung. Es geht mir hier gut, ich werde bestens versorgt und betreut, das Pflegepersonal ist liebenswürdig und alle Fachärzte kommen bei Bedarf ins Haus“.

Das war ihre Antwort auf meine Frage, wie es ihr denn jetzt gehe, nachdem sie ihr Leben bis dahin immer selbstständig geführt hatte.

Doch sie fügt auch hinzu, dass viele ihrer Ölper Bekannten sich seitdem rar gemacht hätten und sie sich immer über Anrufe und Besuch freue.

Ihr Interesse am Geschehen der Welt ist ungebrochen und so ist sie eine interessierte und sehr gut informierte Gesprächspartnerin.

Christa und Hans Günter Demmel

Demmel?  Wer war das noch gleich?

Eine ölpersche* Familie goes Sachsen-Anhalt

 

Vielen älteren Ölper-Bürgern kommt der Name bekannt oder gar vertraut vor. Wie sang doch Udo Jürgens in einem seiner bekannten Lieder?: Der Teufel hat den Schnaps gemacht! Das stimmt heute nicht mehr so, zumindest, wenn man auf der B 79 hinter Wolfenbüttel Richtung Halberstadt nach Rohrsheim fährt und dort direkt neben der Kirche einen wunderschön restaurierten ehemaligen Bauernhof betritt.

Wieder im alten Glanz:Das ehemalige Herrenhaus

Hier haben sich Christa und Hans Günter Demmel, einst in unserem Dorf ansäßig, niedergelassen und ganz praktisch Aufbauhilfe geleistet und sich damit gleichzeitig eine neue Existenz geschaffen. Die Beiden haben zwei erwachsene Söhne und haben in den Jahren 1992 bis 2002 den einst enterbten Familienbesitz der Familien Schrader und Polland in Vogelsdorf und Rohrsheim zurückgekauft. Christa entstammt der Familie Schrader.

Hat man das Gehöft 1989 nach der Öffnung der Mauer gesehen, kann man erst ermessen, wieviel Liebe und Pioniergeist das Erschaffene gekostet hat. Heute sehen wir einen gepflegten Bauernhof mit Herrenhaus und für die Gäste stehen jede Menge Parkplätze zur Verfügung.

Aber jetzt mal zum Schnaps: Aus dem Obst und Getreide der eigenen Ernte, also von den Plantagen und Streuobstwiesen der Umgebung, werden hier in der Brennerei Liköre, Edelobst- und Getreidebrände sowie Whisky hergestellt. Mittlerweile wurden die edlen Brände mehrfach durch den Bundesehrenpreis ausgezeichnet. Apfel, Birne, Quitte, Wildkirsche, Mirabelle, Zwetschge, Johannisbeere und Holunder geben sich in flüssiger Form ein Stelldichein.

Neben dem Kernstück, der Brennerei und Destille gibt es ein 4 Sterne – Gästehaus mit liebevoll eingerichteten  Zimmern, dem man aber sein historisches Ambiente eines ehemaligen Gutshofes ansieht.  Alles wurde vom ursprünglichen Stil her überarbeitet, renoviert, restauriert, instandgesetzt oder erneuert. Daraus ist eine besondere Atmosphäre entstanden auf die Christa und Hans Günter auch stolz sein können.

 

Kein Zimmer wie das andere: Die liebevoll eingerichteten Gästezimmer im Pollandshof

Neben Alkoholischem gibt es kaltgepresste Öle, Fruchtaufstriche und sogar Weihnachtsgänse, Flugenten und Kamerunschafe aus anerkannt biologischer Haltung und hauseigener Schlachtung. 

Als echtes Highlight wurde jetzt im Dezember 2014 das landwirtschaftliche Museum neu eröffnet und Familie Demmel führt die Gäste nach Anmeldung auch gern persönlich durch die Manufaktur, das Museum und das Gästehaus.

Und eins ist auch klar: Hausherrin  und Hausherr freuen sich besonders über Besucher aus Ölper, die  ihre edlen Produkte zu schätzen wissen. Einige Ölperaner haben 2010 das Anwesen besucht (siehe Foto) und waren begeistert.

Oktober 2014 Alfred Oehl

Besuch aus Ölper gab es schon vor einiger Zeit

Für alle, die mehr wissen wollen,  haben wir unten den Link zur Homepage der Casa Culina angefügt.

Reinhold Holland

Ein Landwirt mit großem Herzen

Reinhold Holland kam 1935 als Sohn der Eheleute Richard und Herta Holland auf die Welt. Der Hof an der Celler Heerstraße 144 war zu dieser Zeit schon seit vielen Generationen im Besitz der Familie. Durch Heirat brachte Reinholds Vater den Namen Holland ins Spiel.

 

Gegenüber der Kirche St.-Jürgen, in der alten Schule, lernte er das ABC. Die höheren Weihen der Schulbildung erreichte er in der neuen Schule an der Celler Heerstraße und anschließend in der Knabenmittelschule am Augusttor, der heutigen Realschule am John-F.-Kennedy-Platz.

 

Bereits als Kind lernte er das Grauen des Krieges kennen. Ab 1943 kamen tagsüber die amerikanischen und in der Dunkelheit die englischen Flieger, um ihre Bomben auf die Flakstellungen im Westen Ölpers und auf die Industrieanlagen der MIAG abzuwerfen. Dabei bekam Ölper auch in der Nachbarschaft des Holland-Hofes einige Treffer ab. Mehrmals am Tag und in der Nachtverbrachte die Familie viele Stunden im Luftschutzkeller.

 

Brandbomben trafen den Garten, eine Detonation wenige Häuser weiter zerstörte alle Fenster und bei einem Angriff wurde eine Nachbarsfamilie komplett ausgelöscht. Das Grabmal in der Nähe des Eingangs auf dem Ölper Friedhof zeugt noch heute von diesem tragischen Ereignis.

 

Der Vater war Soldat und so mussten alle mit anpacken, um die Familie durchzubringen, auch die Kinder. Vieles, was auf dem Hof produziert wurde, musste abgeliefert werden und es wurde streng kontrolliert. Der polnische Kriegsgefangene, der mit auf dem Hof arbeitete, saß bei den Hollands mit am Tisch, was strengstens verboten war.

Glück im Unglück hatte Reinholds Oma, die bei einer Detonation in der Nachbarschaft von der ersten Treppenstufe regelrecht in den Keller „flog“ und bis auf einige Schrammen heil davon kam.

 

Nach der Mittleren Reife begann Reinhold eine landwirtschaftliche Ausbildung, erst auf dem elterlichen Hof und später auf einem Hof in Essinghausen bei Peine. Er sollte als Sohn den Hof übernehmen, die Schwester Rosi wurde, so wie es auf dem Land üblich war, abgefunden.

Kinder auf dem Land konnten Trecker fahren, lange bevor sie einen Führerschein machen durften. Mit 18 bekam er dann auch die Fahrerlaubnis.

Auf dem Hof wurde Gemüse, Getreide und Rüben angebaut und Milch produziert. Auch Rinder, Schweine, Enten und Hühner wurden gehalten.

1964 lernte Reinhold seine Thea kennen. Sie war Verkäuferin im Kaufmannsladen Hannutsch auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Hofes und offenbar war es Sympathie und dann auch Liebe auf den ersten Blick. 1966 heirateten sie und 1968 übernahm Reinhold den elterlichen Hof. Bis dahin lebten sie von 80,-DM im Monat. Gleich danach wurde in Ölper die Kanalisation gebaut, was bei der jungen Familie mit 7000,- DM zu Buche schlug.

Thea musste ihre landwirtschaftliche Ausbildung aufgrund eines schweren Verkehrsunfalls von Reinholds Mutter abbrechen und so lernte sie per „learning by doing“ alles Wichtige durch Eigeninitiative.

Reinhold schaffte im Rahmen einer Betriebsgemeinschaft mit anderen Landwirten zusammen Maschinen an und übernahm Höfe in Lamme. Etwas Land wurde verkauft für die Autobahnen rund um Ölper und das Kanzlerfeld, das Geld wurde immer wieder investiert und Reinhold  kaufte Land dazu bis der Hof 125 Hektar groß war. Langsam ging es der Familie immer besser, was nicht zuletzt am Hofverkauf lag. Spargel, Eier, Fleisch aber besonders der Milchverkauf brachten Geld in die Kasse. Besonders türkische Familien kauften bei Thea massenhaft Milch, die sie zuhause zu Joghurt verarbeiteten.

 

1967 kam Sohn Stefan und 1969 Sohn Rainer auf die Welt. Rainer übernahm im Jahr 2000 den Hof, Stefan wurde Ingenieur und lebt nun in Lehndorf.

1991 gönnten sich Reinhold und Thea ihren ersten größeren Urlaub. Es ging nach Florida und seitdem vereisen sie gern zu zweit.

Fragt man Reinhold, was sein größtes Glück im Leben ist, so kommt die Antwort sofort: „Meine Thea, die Familie und die Großkinder ganz besonders“. Er wünscht sich Gesundheit, das gemeinsame Glück mit Thea und freut sich auf die nächste Reise, diesmal nach Canada. Und natürlich sind ihm seine Freunde in Ölper wichtig.

Traurig macht ihn, dass in der Gesellschaft der Landwirt nicht mehr so geachtet wird und die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte durch künstliche Düngung, Massentierhaltung und Gentechnik schlechter geworden sei.

„Offenbar haben die Leute vergessen, dass die Landwirtschaft sie ernährt!“

 

August 2014 Alfred Oehl

Nicole, Caroline und Stefanie Achilles

Aufgewachsen in Ölper - Glücklich in Ölper

Völlig überrascht war ich während des Interviews mit Nicole, Caroline und Stefanie, hatte ich doch auf die Frage nach den Möglichkeiten, die Jugendliche in Ölper haben, Antworten erwartet wie: Hier ist nix los; keine Kneipe, keine Disco, keine Jugendräume; nur rumhängen; kaum Angebote für Jugendliche zur Freizeitgestaltung;

Pustekuchen. Die drei Teenager (Stefanie mit 24 mag es verzeihen, wenn sie als Teenager tituliert wird) sind glücklich, dass sie in Ölper aufwachsen konnten, denn hier gab es aus ihrer Sicht alles, was es für eine glückliche Jugend bedurfte.

 

Nicole (17):

Ich finde den Ölper See sehr schön und gehe dort sehr gern Joggen. Unsere Hunde kann ich dabei mitnehmen und auch ausführen. Ich mag Tiere, z.B. habe ich ein Aquarium als Hobby und es macht zuweilen Spaß, die Fische zu beobachten. Das gibt mir innere Ruhe und Freude zugleich.

Natürlich bin ich auch manches Mal in der Stadt, denn Ölper ist sehr stadtnah.

In meiner Freizeit gehe ich auch ins nahe gelegene Fitnessland um fit zu bleiben.

Ich habe freiwillig in der Tierarztpraxis am Ölper See hospitiert. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mir auch eine spätere Berufstätigkeit in dieser Richtung vorstellen kann.

Ich Babysitte regelmäßig und das macht mir total Spaß. Mir gefällt es deshalb überhaupt nicht, in welchem Zustand der bestehende Spielplatz ist und das er so abseits gelegen ist, das kaum jemand dort hingeht.

 

Caroline (16):

Neben vielen Dingen, in denen ich meiner Schwester zustimmen kann, find ich Ölper total idyllisch. Hier kennen sich die Leute noch persönlich und man kann sich richtig wohl fühlen. Wie meine Schwestern kann ich mir gut vorstellen auch weiterhin in Ölper zu leben, wenn ich mal aus dem Elternhaus ausziehe.

Es war für mich sehr schön in Ölper aufzuwachsen. Außerdem kommt man von Ölper schnell in die Stadt und man ist nicht unbedingt von einem Auto abhängig.

Die gute Nachbarschaft und die Gemeinschaft in Ölper gefallen mir gut, man ist hier gut aufgehoben.

Ich Babysitte auch in meiner Freizeit und bin auch so manches Mal in der Stadt. Es ist schön hier auf dem Dorf zu wohnen und die Stadt direkt vor der Haustür zu haben.

Ich beginne bald eine Ausbildung als Medizinische Fachangestellte. Ich freue mich sehr auf diese Ausbildung und denke, dass ich genau die richtige Wahl getroffen habe.

 

Stefanie (24):

Ich studiere an der Uni in Braunschweig für das Lehramt. Meine Fächer sind Germanistik und Theologie.

Ich war schon früher in der Kirchengemeinde St. Jürgen engagiert und habe in der Jugendkirche mitgemacht. Der damalige Pfarrer, Herr Christoph Berger hat uns Jugendliche sehr motiviert und alle Aktivitäten haben sehr viel Spaß gemacht.

In Neuerkerode habe ich ein freiwilliges Jahr absolviert, in meiner Freizeit jobbe ich beim familienentlastenden Dienst der Stiftung Neuerkerode und alles zusammengenommen hat mich letztlich auch zu meinem Berufswunsch Religions- und Deutschlehrerin  zu werden, geführt.

Ölper ist ein wunderbarer Ort zu leben. Wir sind hier behütet aufgewachsen und hatten eine schöne Jugend. Es ist natürlich auch sehr vorteilhaft, das ich während des Studiums zuhause leben kann. Hier in Ölper würde ich auch später gern leben.

In Braunschweig habe ich auch Freunde und verbringe dort auch einige Zeit.

Nicht so gut finde ich, dass es  in Ölper keine Läden mehr außer einem Bäcker gibt. Das war in meiner Kindheit besser, da gab’s noch den Kaufmann und den Schlachter, einen Kiosk.

 

Nicole, Caroline und Stefanie sind dabei, sich eine eigene Zukunft aufzubauen. Die Meinung über die Lebensqualität auch für Jugendliche in Ölper habe ich schon mehrfach auch von anderen Jugendlichen gehört.

Gibt es denn keine Wünsche, was man in Ölper noch für Jugendliche verbessern könnte?

Spontan kommt der Wunsch nach mehr Freizeitmöglichkeiten z.B. am Ölper See mit einem Strand und Angeboten für junge Leute, so ähnlich wie im Okercabana im Bürgerpark. Mehr für die Kinderkirche und der Erhalt des Kinderturnens, das wünschen sich die drei Teenager am meisten.

Sicher werden wir in Zukunft von den Dreien in Ölper noch viel hören. Wir wünschen viel Glück für die Zukunft!

 

Nicole Rauschenfels

Familie, Musik und ein Herz wie eine Löwin

Sie ist Mitbegründerin des Braunschweiger Lionsclub Löwenherz, singt im Ölper Chor, ist Mitglied in der  Bürgergemeinschaft Ölper und im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr und organisiert jedes Jahr den „Lebendigen Adventskalender“ in unserem Dorf.

 

Doch wer glaubt, das sei schon alles, irrt. Mit drei Kindern im Alter von drei, sieben und zehn Jahren und ihrem Beruf als Fachanwältin für Familienrecht wird sie täglich gefordert und wenn man mit ihr spricht, hat man das Gefühl, das dies  alles dennoch zu ihrem persönlichen Glück beiträgt.

 

Natürlich hat sie Unterstützung von ihrem Mann Stefan, der als Oberarzt im städtischen Klinikum ebenso gefordert ist und als Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin große Verantwortung zu tragen hat.

Die Rede ist von Nicole Rauschenfels, einer jungen Frau, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht und für die es ganz selbstverständlich ist, in Ölper verwurzelt zu sein und sich für die Gemeinschaft Ölpers zu engagieren.

Seit annähernd dreißig Jahren lebt Nicoles Familie hier. Ihre Kinder wachsen hier auf, sind beim Kinderturnen und in der Jugendfeuerwehr.

 

Nicole ist Rechtsanwältin in Braunschweig und hat mit dem Familienrecht eine anspruchsvolle Aufgabe gewählt.

„Man kann nicht immer auf Distanz bleiben, manches nimmt man auch mit nach Hause und es beschäftigt einen auch manches Mal nach Feierabend.“.

Es gab sicherlich eine Prägung vom Elternhaus, die sie zu Ihrem Beruf führte. Ihr Vater ist Rechtsanwalt und Notar, da wuchs das Interesse am Beruf bereits im Elternhaus.

Tue Gutes und schweige bescheiden darüber

So könnte man Nicole charakterisieren. Bei so vielen verantwortungsvollen Aufgaben kann man nicht immer alles emotional fernhalten, aber die Unterstützung in der Familie, durch  Kinder, Ehemann,  Eltern und Schwiegereltern und die Vernetzung in Ölper mit anderen Eltern und Freunden ermöglichen deren Bewältigung und das besondere Engagement in so vielen Bereichen.

 

So ist Nicole als Spendenbeauftragte des Braunschweiger Lionsclub, übrigens des ersten gemischten Lionsclubs (Männer und Frauen) in Braunschweig, damit befasst, eine Auswahl der zu fördernden Projekte zu treffen. Die Fussball-AG der Gehörlosenschule, die Kirche im westlichen Ringgebiet, das  Frauenhaus oder Theateraufführungen über Mädchen in Afghanistan, dies sind nur einige Beispiele der geförderten Projekte, die zeigen, wie groß der Rahmen unterstützenswerter  Aktionen ist, den Nicole und ihr Lionsclub gesetzt haben. Um die hierfür notwendigen Gelder zu sammeln, veranstalten sie Aktionen wie den jährlichen Tannenbaumverkauf hinterm Schloss oder verkaufen gespendete Suppen in der Innenstadt.

 

Im Chor zu singen, das ist Entspannung und Kontakt zu anderen Menschen, aber auch das reichte nicht, Nicole führt auch die Kasse des Chors.

 

Und wer war nicht schon bei einem der wunderschönen Abende des „Lebendigen Adventkalenders“ in der Vorweihnachtszeit, die von Nicole organisiert werden.

 

Ich sitze für diesen Bericht Nicole gegenüber in ihrem Garten und während wir uns unterhalten wirkt sie so entspannt  und ausgeglichen als wollte sie der lebende Beweis dafür sein, das bürgerliches Engagement, Familie und Beruf ohne Weiteres miteinander vereinbar sind. Nur einen Wehmutstropfen gibt es dabei: für den von den Kindern so sehnlich gewünschten Hund ist aktuell nicht genug Zeit.

 

Nicole Rauschenfels, eine richtig starke Ölperanerin  mit einem Löwenherz, die was auf die Beine stellt.

Christine Meyer-Schlüter

Sport, Frauen und Bürgerengagement

 

Weil der Sport eine ihrer Leidenschaften ist, gehörte jahrzehntelang der Sport zu ihrem Leben. Christine Meyer-Schlüter betreibt ihn seit 1971 im TB Ölper 1894 e.V. Schon vorher spielte sie Faustball und Tischtennis, Geräteturnen und Gymnastik kamen dazu, die Palette war sehr breit.

Aber `nur` Sport zu treiben genügte ihr nicht. Sie engagierte sich als Übungsleiterin besonders für den Kinder,-und Frauensport. Als Frauenwartin gehörte sie dem Vorstand des Turnerbundes an, um auch hier den Sport mitzugestalten. Sie organisierte Veranstaltungen speziell für Frauen, Wanderungen, Radtouren, Stadtrundgänge und Weihnachtsfeiern.

Ende der 90er Jahre gab Christine die Frauengymnastik ab. Sie bot Gymnastik für Senioren an, die möglicherweise sonst dem Verein verloren gegangen wären. Bald wurde noch eine zweite Gruppe aufgrund des wachsenden Interesses begründet.

 

Doch bevor Ölper ihre Heimat wurde, durchlebte sie eine Zeit des Krieges, der Flucht und der ständigen Veränderung. 1936 in Berlin-Steglitz geboren, dem Vater (der Eisenbahner war und versetzt wurde) folgend nach Neu-Stettin im heutigen Polen, dann am Kriegsende Flucht nach Berlin-Spandau, von dort nach Lübeck bis sie schließlich 1955 in Wolfenbüttel landete (wieder war der Vater versetzt worden).

Eine Kindheit und Jugend in unruhigen Zeiten prägte offenbar ihre soziale Einstellung bis sie in Lübeck die Ausbildung als landwirtschaftlich-technische Assistentin begann, die sie bei der FAL in Braunschweig abschließen konnte.

Hier lernte sie ihren Heinrich, den sie liebevoll Heiner nennt, kennen. Trauung, das erste Kind, zwei weitere wurden geboren, arbeitsreiche Jahre auf dem Hof in Ölper folgten. Hier in Ölper wurde sie heimisch und hatte endlich auch mehr Zeit für ihren geliebten Sport.

 

Christine engagierte sich bald auch im Kirchenvorstand und der damalige Pfarrer Vahrmeier bat sie das Amt der Schriftführerin in der Bürgergemeinschaft Ölper zu übernehmen. Mit Heinz Brosch, Peter Evert, Heinz Fricke, Horst Grünert, Joachim Haars und vielen weiteren Bürgern Ölpers war sie über siebzehn Jahre lang mit dem Kampf um den Erhalt des Schulstandortes Ölper und den Auswirkungen des Baues der Autobahnen für die Bevölkerung Ölpers beschäftigt.

In dieser Zeit entstand übrigens auch der Ölper See.

 

Als wäre das alles nicht genug, rief sie auch noch die Ölper Trachtenfrauen ins Leben. Während des Ausbaues der Pfarrscheune, für deren Erhalt sich die Bürgergemeinschaft eingesetzt hatte und auch tatkräftig am Wiederaufbau mithalf, kam ihr die Idee Trachten des 19.Jahrhunderts, so wie sie damals in Ölper getragen wurden, zu nähen, andere Frauen schlossen sich an und bald gab es die Trachtenfrauen. Die Trachten wurden nach alten Mustern entworfen, passende Stoffe besorgt und selbst genäht.

 

Die Trachtenfrauen gibt es heute noch, wie auch den TB und das Kinder- und Frauenturnen und

Ihren Sport liebt sie immer noch, wenngleich es ihr inzwischen schwerer fällt ihn noch auszuüben.

Wenn Christine Meyer-Schlüter durchs Dorf geht, begegnet ihr die Anerkennung für dieses engagierte Leben für die Gemeinschaft und sie hofft, dass dies auch von der jungen Generation weitergetragen wird.

 

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